
„Ein einschneidendes Erlebnis“

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Aufbruch birgt Verlust und Gewinn. In Mecklenburg wird der Abschied von der eigenständigen Landeskirche bewusst gestaltet. Foto: Tilman Baier
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Die Nordkirche kommt, die mecklenburgische und die pommersche Kirche gehen - bei manchen Pastoren und dem mecklenburgischen Bischof weckt das auch Verlustgefühle.
Jetzt schon über den Abschied reden, vier Monate vor dem Start der Nordkirche? Viel zu früh, die Fusion der drei Kirchen sei doch gerade erst beschlossen, heißt es aus dem Sekretariat des pommerschen Bischofs Hans-Jürgen Abromeit. Ab Pfingsten bilden die mecklenburgische, pommersche und nordelbische Landeskirche eine Einheit. In welcher Form man von der 487 Jahre alten Pommerschen Kirche Abschied nehme, könne man aber erst nach einer Sitzung am 20. Januar sagen.
Anders in Mecklenburg. Schon vor Monaten hatte hier eine Arbeitsgruppe im Auftrag der Kirchenleitung Angebote für die Gemeinden ausgearbeitet: Material für einen Abschiedsgottesdienst und einen historischen Rückblick etwa. „Miteinander wollen wir auf das zurückschauen, was uns geprägt hat“, erklärt Kirchensprecher Christian Meyer. „Unserer Kirchenleitung liegt daran, dass wir nicht bewusstlos von einer Kirche in die andere fallen.“
In einem Kanzelwort, das am vergangenen Sonntag in mecklenburgischen Gemeinden verlesen werden sollte, formuliert Bischof Andreas von Maltzahn erste Übergangsworte: „Der Abschied von unserer mecklenburgischen Landeskirche ist für viele von uns wie auch für mich mit Wehmut, Schmerz, aber auch mit Dankbarkeit verbunden, haben wir unserer Kirche doch so vieles an Prägung und Geborgenheit zu verdanken“, schreibt er. „In den Jahren der DDR hat sie Menschen gestärkt, aufrecht zu leben.“ Und auch nach der Vereinigung habe es ein enges Miteinander zwischen den Mitarbeitern im Verkündigungsdienst gegeben.
Genau das ist es auch, was der Güstrower Pastor Matthias Ortmann in der Nordkirche gefährdet sieht: „Jeder kannte jeden“, sagt er, und das Verhältnis zu den Kirchenleitenden sei immer vertrauensvoll gewesen. „Diese Überschaubarkeit wird uns verloren gehen.“ Als Vorsitzender des Pastorenvereins Mecklenburg, dem rund 250 Pfarrer und Ruheständler angehören, plant Ortmann jetzt einen Abschiedsgottesdienst für alle mecklenburgischen Pastoren kurz vor der Fusion. „Für mich und einige andere ist die Fusion ein einschneidendes Erlebnis“, sagt er. Deshalb sei ihm das ein Bedürfnis.
Bischof Andreas von Maltzahn will beim Zurückblicken nicht stehen bleiben. „Es liegt an uns, wie wir dieses Erbe unter uns lebendig halten“, sagt er. Ohnehin entscheide sich kirchliches Leben nicht an Paragraphen und Strukturen, sondern an der Beziehung zu Gott. „Gestalten wir also miteinander ein kirchliches Leben, in dem das Sehnen nach Christus lebendig ist und Verwandlung möglich.“
Sybille Marx

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